von EPHI am 22. Februar 2012 12:16
Seit sehr langer Zeit möchte ich da auch mal wieder ein Statement in die TI Community posaunen:
Ich bin schon seit gut drei Jahren nichtmehr wirklich aktiv, was das Programmieren mit den TIs angeht. Ja sogar verwende ich die guten Stücke im allgemeinen nur ganz gelegentlich, wenn man zu faul ist sein CAS im Computer oder WolframAlpha aufzurufen. Meist stelle ich dann aber enttäuscht fest, dass die Batterien leer oder gar nicht erst vorhanden sind. Ich habe in der vergangenen Zeit ab und zu mal davon Notitz genommen, dass die TI Community nach und nach einschläft. Ich weiß noch wie zu den "Blütezeiten" meistens täglich mehrere News auf ticalc.org zu lesen waren, wie wir (vermutlich war ich mit einer der schlimmsten) das Forum hier zugespammt haben, vor tollen Ideeen und Unfähigkeit sie umzusetzen sprudelten und zu den TI-Programmiergöttern vom TICT aufschauten. BASIC war längst nicht mehr genug, man maltretierte TIGCC, KTIGCC und TiEmu und es war das größte auf Erden, sogar ein paar Zeilen inline Assembler in seinem Code stehen zu haben. Es war herrlich Codeschnipsel zusammenzupuzzeln, die tief in die Interna von TiOS 3.10 eingriffen, von denen man bestenfalls wusste was sie im großen und ganzen tun (sollten). Irgendwann begann man sogar, die Hardware näher unter die Lupe zu nehmen, griff zum Lötkolben, tauschte Kondensatoren aus und bastelte an Erweiterungen.
Heute liegen meine, ich glaube fünf, m68k Rechner im Regal, neben einer Kiste mit einer CBL, CBR und vielen verlängerten Kabeln, etc., und verstauben im Wesentlichen. Bei mir verschwand die Motivation noch viel für den TI zu tun spätestens nach dem Abitur. Aber eigentlich schon vorher. Die breite Klassengemeinschaft der Oberstufe lehnte den TI als "viel zu komplex" ab, sahen ihn als ein "Werkzeuk absoluter Geeks", wunderten dann, dass sie ihr Mathe Abi nicht schafften, weil sie meinten vieles von Hand machen zu müssen. Es hat nicht funktioniert den TI und seine Fähigkeiten, auch die der Programmierung zu vermitteln, woran das bei uns lag hat vielfältige Gründe.
Einen entscheidenden Dämpfer hat der ganzen Sache meiner meinung nach Texas Instruments selbst mit der Einführung des Nspire verpasst. Ich habe mich mit diesem Gerät zwar nie wirklich auseinandergesetzt, und auch mitbekommen das er mittlerweile nativ programmierbar ist, doch hat sich da alles auf eine komplexere Ebene gehoben. Das einfache Fallenlassen der 68k un z80 Architekturen war doch ein herber Schlag. Auch Kevin Kofler hat denke ich recht, wenn er viel Leistungsfähigere Plattformen wie Smartphones etc. als des TIs Totengräber beschreibt.
Ich jedenfalls habe durch die ganze TI Geschichte meinen Zugang zur Programmiererei und letztendlich auch zur Elektronik gefunden. Ich war und bin zwar nie ein großer Softwareentwickler geworden, möchte das alles aber doch nicht missen. Ich bin mal gespannt wie sich die Situation weiterentwickelt. Ob unsere kleinen technisch zurückgebliebenen Teile noch ein weilchen am Leben bleiben...